Informations-Plattform Amelsbüren

 

Löschzug 23 Loevelingloh - Chronik
Urkundlich wurde die Freiwillige Feuerwehr Loevelingloh, nach unseren Nachforschungen, schon im Jahre 1823 genannt. Im Archiv der Stadt Münster steht folgendes geschrieben:

Am 7. Februar 1823 wird die Genehmigung für die Anschaffung einer Feuerspritze für die Gemeinde Amelsbüren nebst den umliegenden Bauerschaften erteilt. Diese wurde dann auch im gleichen Jahr angeschafft. Von der Gemeinde wurden dann am 20.02.1834 bestimmt:
3 Pferdebesitzer zum Transport von Spritze und Gerät,
2 Rohrführer zur Brandbekämpfung,
12 Männer zur Bedienung der Spritze,
15 Männer zum Wassertransport,
7 Männer zur Rettung von Menschen, Tieren und Sachgütern


Zu den Verpflichteten aus den Bauerschaften Loevelingloh und Wilbrenning gehörten unter anderen der Schulze Wilbrenning und der Pächter Bölling. Sie wurden zu Spritzenfahrern bestimmt. Bei der Bestandsaufnahme am 28.02.1882 wurden folgende Geräte aufgezählt:

1 Feuerspritze, 2 Feuerleitern, 28 Ledereimer, 25 Brandeimer, 1 Spritzenlaterne, 1 Schwengel, 3 Schläuche, 1 Schraubenschlüssel, 1 Hammer, 6 Fackeln,
1 Feuerhacke und 1 eiserner Wasserkarren.

Aus dieser Pflichtfeuerwehr wurde dann am 12. Mai 1905 die Freiwillige Feuerwehr Loevelingloh gegründet. Zum ersten Brandmeister wurde der Zimmermann Heinrich Bitter und zum Stellvertreter der Bäckermeister August Wiedau gewählt.

Am 07.02.1908 konnte der Kupferschmied und Klempnermeister Große-Richter aus Amelsbüren seinen Auftrag, die Spritze zu reparieren, wegen Frost im Spritzenhaus nicht nachkommen. Da die Spritze sehr reparaturbedürftig war, wurde von der Gemeinde am 13.07.1909 beschlossen, in den Jahren 1909, 1910 und 1911 je 250 Mark für die Instandsetzung zurückzulegen. Am 24.01.1913 wurde die erneut vorgelegte Satzung vom Amt St. Mauritz genehmigt und Heinrich Bitter und August Wiedau im Amt bestätigt. Gleichzeitig wurde die alte Handspritze außer Dienst gestellt und die Feuerwehr Loevelingloh bekam die wesentlich bessere Spritze aus dem Dorf. Die Feuerspritze war zu dieser Zeit bei dem Bauern Wilhelm Weiligmann - genannt Grabbe - (heute Große Schute), untergestellt. In diesem Jahr zählte die Freiwillige Feuerwehr Loevelingloh 34 Mitglieder.

Auf der Generalversammlung am 15.11. 1913 wurde der Bäckermeister August Wiedau zum "Ersten Wehrführer" und der Bauer Anton Inkmann zum Stellvertreter ernannt. Am gleichen Tag wurde nachmittags um 16 Uhr eine Großübung abgehalten. Am 05. Mai 1920 waren 39 Feuerwehrleute aus Loevelingloh bei der Unfallkasse gemeldet. Bei der am gleichen Tag durchgeführten Übung wurde im Protokoll vermerkt, dass die ausgebesserten Schläuche immer wieder zerrissen. Die Gemeinde wurde dringend gebeten, mindestens 40 Meter Ersatzschlauch zu beschaffen. Alle anderen Geräte waren in Ordnung. Der Bauer Weiligmann verlangte für die Aufbewahrung der Spritze und Geräte 60,- Mark pro Jahr.

Auf der gemeinsamen Generalversammlung der beiden Wehren von Amelsbüren und Loevelingloh am 19.02.1927 wurde der Lehrer Bernhard Röttker, wohnhaft Loevelingloh 62, zum Ortsbrandmeister gewählt, um eine einheitliche Leitung beider Wehren herbeizuführen. Die Brandmeister beider Züge blieben auf ihren Posten. Unter der Regierung der Nationalsozialisten wurden im Jahre 1934 die Freiwilligen Feuerwehren von Amelsbüren und Loevelingloh zur Feuerschutzpolizei zusammengefaßt. Das blieb so bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

1945 wurde unsere Feuerwehr unter Brandmeister Paul Waterbeck wieder aufgebaut. Das Spritzenhaus und alle Geräte waren durch den Krieg verloren oder zerstört. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal lag damals ein verlassenes Werkstattschiff, auf dem sich unter anderen Geräten auch eine TS 8 befand. Diese Tragkraftspritze wurde von der FF übernommen, ebenso Schläuche und Zubehör, sogar ein Anhänger für das ganze Gerät. Bei Wiedau in der Scheune wurde das Gefährt untergestellt. Nach dem Wiederaufbau der Schule im Jahre 1948 wurde der Spritzenanhänger in einem Nebenraum des angrenzenden Toilettengebäudes untergebracht.

1957 übernahm Brandmeister Ewald Schenke die Leitung der Wehr. In diesem Jahr wurde auch der Tragkraftspritzenanhänger außer Dienst gestellt und der Löschzug bekam ein gebrauchtes Tragkraftspritzenfahrzeug vom Typ VW-Bulli.  Auf der Generalversammlung des Jahres 1961 wurde Oberbrandmeister Josef Westbrock zum neuen Wehrführer ernannt. Als im gleichen Jahr der Neubau der Grundschule Loevelingloh begann, machte sich die Wehr dafür stark, dass in Verbindung mit einem Garagengebäude eine Fahrzeugbox für das TSF und ein Raum für die persönliche Ausrüstung mitgebaut wurde.

1964 bekam die Freiwillige Feuerwehr Loevelingloh ein neues Fahrzeug. Für den schrottreifen VW-Bulli wurde ein neues TSF, Marke Ford-Transit, in Dienst gestellt. Zur Wehr zählten in diesem Jahr 24 Feuerwehrmänner. Am 01.01.1975 wurde unsere Wehr im Rahmen der kommunalen Neuordnung, mit anderen Wehren der Umlandgemeinden, den freiwilligen Wehren des alten Stadtgebietes und der Berufsfeuerwehr zur "Feuerwehr Münster" zusammengefaßt.

Auf der Jahreshauptversammlung am 04.12.1978 legte Oberbrandmeister Josef Westbrock, nach 17 Jahren, sein Amt als Löschzugführer aus gesundheitlichen Gründen nieder und Hauptbrandmeister Josef Bergmann wurde zu seinem Nachfolger ernannt. Im Jahre 1979 entstand eine Partnerschaft mit dem Löschzug Vorhelm der Feuerwehr Ahlen. Wir treffen uns seit dem regelmäßig zu gemeinsamen Übungen, sportlichen Aktivitäten und Kameradschaftsfeiern.

LF_20/Kats
LF 20/Kats (anklicken)
RW_1
RW 1 (anklicken)
HLF_20
HLF 20 (anklicken)

Am 01. Juni 1980 feierten wir unser 75-jähriges Bestehen mit einem "Tag der offenen Tür", bei dem wir von den Nachbarlöschzügen Amelsbüren und Hiltrup, sowie der Berufsfeuerwehr tatkräftige Unterstützung erhielten. Dem Löschzug Loevelingloh stand bis zu diesen Zeitpunkt nur das 1964 beschaffte TSF zur Verfügung. Da dieses Fahrzeug aber nicht mehr den Anforderungen des Brandschutzes in unserem Ausrückegebiet, insbesondere nicht für Einsätze auf der Autobahn, geeignet war, sollte uns nun ein Tanklöschfahrzeug bereitgestellt werden. Dieses TLF konnte aber wegen seiner Abmessungen nicht im Gerätehaus an der Grundschule untergestellt werden. Da es aber mittelfristig nicht möglich war, ein neues Gerätehaus zu bauen, mußte eine andere Lösung gefunden werden.

Aufgrund unseres Vorschlages entschloß sich die Stadt Münster beim Kameraden Heinz Kleingräber, Von-Renesse-Weg 66, eine Scheune anzumieten. Die für den Umbau zu einem Einstellplatz für ein TLF inklusive persönlicher Ausrüstung notwendigen Materialien wurden von der Stadt Münster beschafft. Alle nötigen Um- und Ausbaumaßnahmen wurden vom Löschzug in Eigenleistung durchgeführt.

An den Arbeiten beteiligten sich ausnahmslos alle aktiven Kameraden und sogar Kameraden der Ehrenabteilung ließen es sich nicht nehmen tatkräftig mit anzufassen. So entstand in der Zeit vom 09. Oktober bis 10. Dezember 1982 unser damaliges "Gerätehaus". Im Januar 1983 wurde uns dann ein TLF 16/24 übergeben und das alte TSF außer Dienst gestellt. Die offizielle Einweihung von Gerätehaus und Fahrzeug fand am 17.06.1983 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt.

Frohe Kunde kam seitens der Branddirektion auf der Generalversammlung am 05.12.1994. Es wurde uns mitgeteilt, daß das von uns vorgeschlagene und favorisierte Grundstück für den dringend erforderlichen Neubau eines Gerätehauses von der Stadt Münster erworben wurde. Vom 26. - 28.05.1995 feierten wir unser 90jahriges Bestehen. Vertreter aus Rat und Verwaltung der Stadt Münster, die Leitung der Feuerwehr, Abordnungen der verschiedenen Löschzüge und der örtlichen Vereine waren anwesend. Die Veranstaltungen fanden an allen drei Tagen reges Interesse bei der Bevölkerung.

Am 04.12.1996 wurde mit dem Bau des neuen Gerätehauses begonnen. Die lange Schlechtwetterperiode des Winters verzögerte die Baumaßnahme. Am 22.05.1997 wurde das Richtfest gefeiert. Die offizielle Übergabe und Einweihung des Gebäudes erfolgte am 28.08.1998 um 17.00 Uhr. Vertreter aus Politik und Verwaltung, die Leitung der Feuerwehr Münster, sowie Abordnungen der Löschzüge und Vereine nahmen an der Veranstaltung teil. Zu diesem Termin wurde auch unser Fahrzeugpark erneuert und vergrößert. Das vorhandene TLF 16/25 wurde durch ein neues ersetzt und ein LF 16 Ts, als auch ein RW 1 kamen hinzu. Am darauffolenden Tag feierten wir zusammen mit den Nachbarn und dem Löschzug Vorhelm den Bezug unseres Hauses. Am Sonntag, dem 30.08.1998, stellten wir mit einem Tag der offenen Tür, das Gebäude und die neuen Fahrzeuge der Öffentlichkeit vor.

Am 09.12.2002 wurde Brandinspektor Josef Bergmann nach 24 Dienstjahren als Löschzugführer verabschiedet. Brandinspektor Manfred Vogt wurde zu seinem Nachfolger ernannt.

Daten zum Ausrückegebiet
Größe: ca. 25 Km2
Es ist gekennzeichnet durch landwirtschaftliche Betriebe, sowie Streusiedlung, mittelständische Gewerbebetriebe, drei Siedlungsanlagen mit ausschließlicher Wohnbebauung, einem Gewerbegebiet mit 15 Betrieben, dem Hansa-Business-Park, einem psychiatrischen Fachkrankenhaus mit 500 Betten, einer Forensischen Klinik mit 54 Patienten und einem 20 km langen Abschnitt der Bundesautobahnen A1 und A43.

Mitglieder des Löschzuges
35 Feuerwehrmänner im Einsatzdienst
11 Kameraden in der Ehrenabteilung
3 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr 6

Junge Leute, die Interesse haben bei uns mit zu arbeiten, wenden sich bitte an folgende Adressen:
Brandinspektor Manfred Vogt, Im Mühlenfeld 18, 48163 Münster, Tel. 02501 58787
Brandoberinspektor Burkhard Wiedau, Wiedaustr. 112, 48163 Münster, Tel. 02501 950441
Hauptbrandmeister Andreas Hövelmann, Wiedaustr. 125, 48163 Münster, Tel. 02501 588100

Für die Jugendfeuerwehr:
Unterbrandmeister Marcus Schulze Wilbrenning