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Aus der Geschichte Amelsbürens
Amelsbüren liegt etwa 8 km südlich der alten Bischofsstadt Münster in Westfalen. Seine geschichtlichen Ursprünge liegen im Dunkel. Doch sicherlich ist unser Ort uralt. Unsere heidnischen Vorfahren pflegten hier den Heel- und Elfenkult an den Ufern des Emmerbachs. Daher stammt auch wahrscheinlich die Ortsbezeichnung Amelsbüren - Emmerbüren - bei den Bünen oder Holztürmen der Fluß elfeEmme. Die Schreibweise des Ortsnamens hat sich oft geändert: Amelunburen, Amelincburen, Amlenburen, Amelsbüren. Sicherlich fand das Christentum schon früh von Münster aus Eingang, also zwischen dem 10. und 11. Jahrhundert nach Christus. Urkundlich wird es erstmalig 1137 erwähnt, als Amelsbüren Pfarrei wurde, zum zweiten Male im Jahre 1249 bei der Abpfarrung von Venne, woraus geschlossen werden kann, daß unser Ort damals bereits ein angesehenes Kirchdorf war.



Jahrhunderte hindurch teilte unsere Gemeinde Freud und Leid mit dem zugehörigen Bistum Münster, dessen Bischöfe später auch gleichzeitig Landesherren waren. Abgaben, Kriegsdienste, Besatzungskosten u.s.w. mußten geleistet werden. Zwischen 1231 und 1246 werden ab- gabepflichtige Höfe an den Dom zu Münster, sowie an die Stifte St. Mauritz und St.Ägidii in Münster genannt, die auch heute noch bestehen: Schulze Everding, Schulze Greving (jetzt Arning), Große Bentlage (Lüttigmann), Große Beckmann, Schulze Harling, Schulze Raring, Eickendrup, Schulze Wilbrenning, Venschott und Haus Kannen.

Nach dem Abfall der Niederlande und ihrem Ausscheiden aus dem Reichsverbande 1559 hören die freundschaftlichen Beziehungen zu Holland auf. Wiederholt fallen die Holländer und auch die Spanier in das Münsterland ein. Auf ihren Raubzügen wird auch das Dorf öfter heimgesucht. In der Kannenheide beim Kannenbaum kam es 1587 sogar zu einer Schlacht zwischen den eingefallenen Spaniern und den münsterländischen Bauern. Die Bauern des Münsterlandes und des Kirchspiels Amelsbüren hatten sich unter dem Gografel zu Bakenfeld zusammengeschart, um die Heimat vor den Plünderern zu bewahren. Während die Glocken zum St. Urme läuteten, griffen die Bauern in einer 13 Mann tiefen Schlachtordnung die Spanier an und schlugen sie. Leider eilten die Bauern nach dem Siege nach Hause, statt unter dem Befehl des Grafen die weiteren Dinge abzuwarten. Das nutzten die Spanier aus und
brandschatzten die Dörfer der Umgebung, u. a. auch Amelsbüren. Im Frühjahr 1591 und am 30. August des gleichen Jahres waren es die Holländer, die, von Greven kommend, das Dorf ausplünderten.

Auch der Dreißigjährige Krieg brachte nichts Gutes. Das Kirchenbuch bringt 1622 folgende Notiz: "Im Juli hat Christian von Braunschweig im Münsterlande gebrannt und geplündert, neun Häuser in unserem Kirchspiel sind abgebrannt, auch das Pastorenhaus in Hiltrup." Wenn auch weitere Notizen fehlen, so wird Amelsbüren schon deshalb allerhand zu leiden gehabt haben, weil es unmittelbar an einem alten Heerweg lag, der durch die Harlingstiege führte, wo zur Zeit das Femegericht stattfand.

Die napoleonische Zeit machte durch ein Dekret des Kaisers den Emmerbach zum Grenzfluß. Der südliche Teil der Gemeinde verblieb beim Großherzogtum Berg, der nördliche Teil kam zu Frankreich. In diesen Jahren der Trennung entwickelte sich am Grenzbach ein lebhafter Schmuggel.

Nachdem Amelsbüren 1716 ganz abgebrannt war, wurde es am 22. April 1816 wieder vom Brande heimgesucht. Das Feuer sprang schnell auf die strohgedeckten Häuser über, und die Bewohner konnten nur das nackte Leben retten. Drei Tote gab es: der Küster Sebastian Bösensell, ein Kind des Polizeidieners und ein Kind des späteren Küsters Wortmann. Die Kirche blieb wie durch ein Wunder verschont. Es brannten ab die Häuser Schlüter, Feldmann, die Küsterei, die Vikarie, Hubbert, die Schule, das Armenhaus, Wiedau und zwei Nebenhäuser, Frenking, Greving mit Schoppen und Backhaus, Ackermann, Wortmann und Utendorf. Die vom Unglück betroffenen Familien wurden von den vom Feuer verschonten Bewohnern, u. a. Freitag, Höner und Everding sowie von den in der Nähe wohnenden Bauern aufgenommen. Der Schullehrer fand für mehrere Jahre Aufnahme im Pfarrhaus, die Schule wurde in die Scheune des Pastorat verlegt.

Kaum war das Unglück im Münsterland bekannt geworden, so setzte von allen Seiten Hilfe ein. Unter dem Vorsitz des Landrates Hammer wurde eine Spezialkommission gebildet, die den Wiederaufbau zu leiten hatte. Leiter derselben war der Bürgermeister Sudhoff, ferner gehörten dazu Schulze Miling und der Pächter des Gutes Tinnen. Die in 14 Kirchspielen durchgeführten Kollekten erbrachten die Summe von 6000 Reichstalern. Das zum Aufbau notwendige Holz stifteten die Bauernschaften. Da um diese Zeit das auf der Galgheide stehende fürstbischöfliche Gefängnis abgebrochen wurde, waren auch Steine umsonst zu haben. 1825 war der Wiederaufbau durchgeführt. Das Dorf hatte nun ein ganz anderes Aussehen. Die preußische Regierung ließ besondere Vorschriften ergehen. Die Straßen wurden geradlinig gebaut, die Giebel mußten aus Stein gebaut werden und die Strohdächer verschwanden. Im wesentlichen ist das Aussehen des Dorfes bis auf den heutigen Tag geblieben.



Das Wappen
Der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen genehmigte mit Erlaß vom 28. Oktober 1965, dass die Gemeinde Amelsbüren ein Wappen, ein Siegel und ein Banner führt.

Wappenbeschreibung:
In Grün ein linksschräger weißer (silberner) Pfeil, beseitet von je einer weißen (silbernen) aufrechtstehenden Eichel.

Wappenbegründung:
Der Pfeil ist als Sinnbild des Kirchenpatrons St. Sebastian in das Wappen aufgenommen. Er mag zugleich an die Jagdgründe der Davert erinnern, von deren Baumbestand die beiden Eicheln zeugen sollen. Auch der grüne Schildgrund soll anzeigen, dass große Teile der Amelsbürener Gemarkung bis heute von dem Waldgebiet der Davert eingenommen werden.